Adobe veröffentlicht Lightroom beta3 für Windows - Ein Überblick
Adobe hat nach vielen Monaten nun endlich die Windows-Beta-Version von "Lightroom" veröffentlicht und steigt gleich mit Version 3 (beta3) ein.Mehr über Lightroom und ob man diese beta schon produktiv einsetzen kann, findet Ihr in diesem Artikel.

Zuerst einmal: Ich behandle nicht jede kleine Feinheit über dieses Programm, wer eine komplette Einführung und jeden kleinen Menüpunkt verstehen möchte, der sollte den Artikel "Adobe Lightroom Beta 3 for Windows Released" von PhotoshopNews.com anschauen.
Lightroom ist eine Workflow-Software für Bild-Dateien - man könnte auch sagen: Eine Mischung aus Adobe Bridge (Bildverwaltung) und Photoshop (Bildbearbeitung). Gedacht ist es für (semi)professionelle Fotografen die ihre Aufnahmen nach einen Shooting möglichst schnell weiterbearbeiten wollen und dabei kein fettes Photoshop anfassen möchten.
Das Programm versteht natürlich die Formate JPG, TIFF sowie alle bekannten RAW-Formate. RAW-Bilder sind die Roh-Kameradaten eines Bildes, praktisch das Negativ in der Digitalfotowelt. Daher lassen sich RAW-Dateien undendlich oft ändern und man kann immer zum Ausgangspunkt zurück kehren.
Was kann Lightroom?
Diese Beta-Version von Lightroom ist in 4 Bereiche aufgeteilt: Library (Übersicht über die Bilder), Develop (Anpassung), Slideshow (Präsentationen) und Print (Druck). In der aktuellen Mac-Beta gibt es noch einen Web-Bereich, in dem sich Galerien und ähnliches generieren lassen.
Die Oberfläche des Programms ist erste Sahne, alles ist intuitiv und ohne Handbuch nutzbar. Man sollte schon über einen großen Monitor verfügen (1280x1024 ist schon das Minimum) sonst sieht man vor lauter Panels, Leisten und Slidern das Bild nicht mehr.

Die Library in der Vollansicht
Bilder
miteinander vergleichen
Mit einem Klick lässt sich zu einer 1:1 Ansicht heranzoomen
Der Develop-Bereich ist praktisch das Herzstück von Lightroom. In ihm kann man alle wichtigen Einstellungen zur Bildbearbeitung (Farbe, Beschneidung, etc.) vornehmen. Es macht wirklich Spass mit den Bildern herum zu spielen, auch weil man ja immer "von vorne" anfangen kann.

Das Develop-Modul

Vorher - Nacher Vergleich
Mit dem Präsentations-Bereich habe ich mich noch nicht weiter befasst, interessant ist der Druck-Bereich in dem man beliebig viele Bilder in verschiedenen Formaten ausdrucken kann.

Das Druckmodul
Taugt die Beta-Version etwas?
Um es vorweg zu nehmen: Meiner Meinung nach nicht. Das Programm ist extrem langsam. Ich sitze vor einem Rechner mit einem Pentium 4 mit 3GHz und 2GB Ram. Das ist derzeit sicher nicht die Highend-Klasse aber nun auch wirklich nicht schlecht. Aber das Programm ruckelt und zappelt vor sich hin. Schon bei einfachen Operationen springt die CPU auf 100%.
Ok, ich sehe ein, dass RAW-Dateien einen gewissen Leistungshunger haben, ich weiß auch, dass ich von einer Beta-Version nicht allzuviel erwarten kann. Jedoch denke ich, dass der Punkt Geschwindigkeit schon von Anfang an ganz oben bei einem solchen Programm stehen muss.
Zufällig hat Adobe ja gerade die RAW-Workflow-Software "RawShooter" von Pixmantec übernommen, zum einen um wohl den wichtigsten Konkurenten für Lightroom vom Markt zu vertreiben, zum anderen um wohl viele Funktionen zu übernehmen. Die Raw-Bearbeitung von RawShooter läuft auf meinem Rechner nämlich fast in Echtzeit.
Ein Grund für diesen Leistungshunger war anfangs, das Lightroom Thumbnails aus den importieren Bildern berechnet, was man aber abschalten kann. Aber auch ohne diese Hintergrundaktivität macht es nicht wirklich Spass damit zu arbeiten.

Die Option "Build previews in background" auszuschalten empfiehlt
sich.
Fazit:
Was Adobe da abgeliefert hat ist wirklich erste Sahne und soweit ich vergleichen kann ein starker Konkurrenz zu Apples Aperture. Adobe muss nur noch das Problem "Geschwindigkeit" in den Griff kriegen.
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