Brisant, dem heise Zeitschriftenverlag wurde durch das Hamburger Landgericht verbote, rechtswiedrige Forenbeiträge zu verbreiten. Soweit weder ungewöhnlich noch neu. Neu ist das heise auch ohne Wissen dieser Beiträge zu Rechtsansprüchen haftbar gemacht werden kann. Demnach müsste heise jeden einzelnen Beitrag manuell oder mittels Keywordfilter prüfen und erst dann veröffentlichen. Bei monatlichen 200.000 Artikeln wohl schlicht unmöglich.
“Sollte sich diese Rechtsprechung durchsetzen, führt das dazu, dass jeder Anbieter, der ungefiltert die Möglichkeit zu Kommentaren bietet, unmittelbar für Rechtsverstöße in den Beiträgen haftet und abgemahnt werden kann”, kommentierte der Justiziar des Heise Zeitschriften Verlags, Joerg Heidrich. Davon seien nicht nur Foren, sondern auch alle anderen Web-Kommunikationsformen wie Blogs, Gästebücher oder sogar Chats betroffen.
Die Auswirkungen des Urteils auf den weiteren Betrieb der Webforen von heise online sind kaum absehbar. “Wir werden Foren schließen müssen, wenn einzelne Teilnehmer über die Stränge zu schlagen drohen, und können wohl zu brisanten Themen generell keine Diskussionsplattform mehr anbieten”, sagte Chefredakteur Christian Persson.
Der heise Verlag will gegen dieses Urteil Rechtsmittel einlegen.
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