Mit 4000 Farben kann ein Grafiker so richtig wüten im Farbtopf

Ich bin ja ein bekennender Amiga-Fan. Ich habe lange noch mit einem gearbeitet als andere ihn schon für tot erklärt hatten. Sehr lange sogar. Erst Ende der 90er bin ich auf einen PC gewechselt, einen damals schon alten Pentium 200MHZ mit 16MB Ram.

Wirklich auf Windows umsteigen wollte ich aber eigentlich nie. Zu sehr war ich von der Ideologie besessen: "Microsoft ist böse". Aber für einen Apple reichte das Geld bei weitem nicht und Linux war noch noch nicht massentauglich. Es gab da zwar so eine Firma namens Suse die ein Linux für "normale" Rechner herstellte, aber das war alles viel zu kompliziert und noch lange nicht massentauglich. Am Ende siegte Windows trotzdem.

Dennoch ließ mich der Amiga nicht mehr los. Schließlich konnte ich alles mit ihm machen. Spielen, Programmieren, Spielen, Officekram, Kreativer Schnickschnack, Spielen und natürlich Internet. Ja, auch Internet war möglich. Das richtige, bunte Internet, nicht das Mailboxsystem aus früheren Jahren.

Glaubte mir aber keiner. Ich durfte mir Fragen anhöhren wie "Was? Für den Amiga gibt es auch schon Internet?" - "Ja klar du Dödel, besser als mit deiner Virenschleuder >:-(". Lief auch besser - nicht so schnell aber besser. Zumindestens aus meiner damaligen Sicht.

In Wirklichkeit war es aber garnicht so toll, und einfach schon garnicht. "Internet" war im damaligen Amiga-OS noch nicht fest verbaut. Man durfte sich einen TCP/IP-Stack für ca. 100EUR DM kaufen. Auch mit 16 Farben (richtige Grafikkarten waren teuer) und 14 MHZ (später 42MHZ) bekam man nicht viel zu spüren von diesem Rausch der Datenautobahn. Aber das störte mich nicht und ich sauste mit meinen 28.800 Modem durch die Datenwelt. So war ich richtig stolz, dass die neueste Version meines Internet-Browser AWeb zentrierten Text und Hintergrundbilder darstellen konnte. Ganz neue visuelle Möglichkeiten taten sich auf und yahoo.com, die weltweit beste Suchmaschine, ließ sich problemlos darstellen. :lol:

Warum ich gerade heute darüber nachdenke? IT&W veröffentlichte eine Aufzeichnung einer Demonstration des Amiga 1000 in der "Alten Oper Frankfurt". Sehr spannend und zuweilen lustig das Ganze. Das Video stammt ursprünglich von Rüdiger Engels und ich habe mir erlaubt es in Flash neu zu codieren und hier abzulegen.

Viel Spass bei dieser Zeitreise, durch die Show führt (der selbsternannte größte Showerfinder) Frank Elstner. (285MB)

Lesetipps:

;-)



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Admin | Generated: Thu, 9 Feb 2012 14:55:55 +0100